Antonias erster Ultratrail – 33 Kilometer Fränkische Schweiz voller Emotion, Kampfgeist und Naturerlebnis
Vor dem Start - Zwischen Vorfreude und Zweifel
Wie hast du dich auf 33km vorbereitet? (Training, Ernährung, mentale Vorbereitung)
Meine Vorbereitung fiel aufgrund einer Verletzungspause leider deutlich kürzer aus als geplant. Mein wöchentliches Training enthielt einen Longrun, ein Intervalltraining und den Lauf mit der Lauftreff-Crew. Außerdem absolvierte ich einige Trainingseinheiten auf dem Fahrrad.
Was war dein Antrieb dich für den Ultratrail Fränkische Schweiz zu bewerben?
Ich hatte den Wunsch 2025 einen längeren Trailrun zu absolvieren. Der UTFS bot mit der 33km Distanz genau die Länge, die für mich eine neue Herausforderung schaffte. Außerdem hatte ich von anderen Trailläufern vorher viel Gutes von der Veranstaltung gehört, die mit den Jahren immer mehr an Beliebtheit und Bekanntheit zunimmt.

Was ging dir durch den Kopf, als du erfahren hast, dass du einen Startplatz bekommen hast?
Die Startplatzvergabe war unheimlich spannend. In der Nacht zum 03.10.2024 um 00.00 Uhr wurde das Vergabeportal geöffnet. Die Startplätze sind begrenzt. Ich schaffte es, die Anmeldung schnell abzusenden. Allerdings erhielt ich keine Bestätigungsmail. Ich wartete noch über eine Stunde aber es traf keine Mail ein. Ich fand mich mit dem Gedanken ab, dass es wohl nicht geklappt hatte…
Am nächsten Morgen dann die große Freude – die Mail war da, die Anmeldung erfolgreich. Die Welle an Anmeldungen hatte der Mailserver wohl nicht verkraftet. Aber besser spät als nie.
Danach ging mir vieles gleichzeitig durch den Kopf. Freude, dann meine Verletzung die bis dahin hoffentlich kein Thema mehr sein würde, Planung für An- und Abreise, Unterkunft etc.
Mitten im Geschehen - Höhenmeter, Hürden und Gänsehautmomente
Wie hast du die Stimmung an der Strecke erlebt – von anderen Läufern, Helfern, Zuschauern?
Der Start am Marktplatz von Ebermannstadt war leicht angespannt, aber doch stimmungsvoll. Pünktlich um 12:00 Uhr mittags fiel der Startschuss. Die anderen Läufer habe ich als sehr freundlich und rücksichtsvoll erlebt. Ab einem bestimmten Streckenabschnitt treffen 66km und 33km Läufer aufeinander. Besonders dort gab es immer wieder freundliche, motivierende Worte. Schön war auch die gegenseitige Unterstützung im Sinne von: „Hey, die Strecke geht hier hoch“, wenn jemand in Gedanken war und die Markierung übersehen hat. Die Helfer unterwegs waren super, egal ob es die Bergwacht war, die an schwierigen Abschnitten bereitstand, oder die Helfer an den bestens ausgestatteten Verpflegungspunkten (Es gab Wassermelone, was will man als Läufer mehr 😉).
Gab es einen Moment, an dem du an deine Grenzen gekommen bist – und wie hast du dich da rausgekämpft?
Meinen persönlichen Grenzmoment hatte ich bei ca. 15km. Der Start war gut gelungen und die ersten Höhenmeter waren absolviert. Doch leider hatte ich plötzlich mit starker Übelkeit zu kämpfen. Eine komplett neue Erfahrung für mich. Ich nahm das Tempo raus und machte einfach weiter. Leider wurde es nicht besser. Auch gedanklich war die Situation für mich belastend, da ich nicht wusste, ob ich die 33km so zu Ende bringen würde. Ich gebe zu, eine Millisekunde dachte ich sogar an Abbruch. Ich überlegte mir, was ich tun könnte, und aß einen Müsliriegel, den ich in meiner Eigenverpflegung dabeihatte. Danach ließ die Übelkeit zum Glück nach und ich konnte weitermachen.

Was hat dir während des Laufs besonders geholfen – mental oder praktisch (z.B. Ausrüstung, Verpflegung, bestimmte Gedanken)?
Besonders geholfen haben mir die motivierenden Worte der Lauftreff-Crew vorher. Diese hatte ich auch auf der Strecke immer wieder im Kopf. Thomas kam sogar mit in die fränkische Schweiz. Er unterstützte mich vor und auch während dem Lauf an der Strecke.
In Sachen Ausrüstung setzte ich auf meine im Training verwendete Laufweste. Stöcke durften bei den teils starken Anstiegen auch nicht fehlen. Kurz vor dem UTFS entschied ich mich, es doch mit neuen Schuhen zu versuchen, was sich als gute Entscheidung erwies.
Gab es ein Highlight auf der Strecke, das dir besonders in Erinnerung bleibt?
Besonders in Erinnerung ist mir die unheimlich schöne Landschaft der fränkischen Schweiz geblieben. Wunderschöne Waldabschnitte.Ein Streckenhighlight für mich war ein Brunnen, bei einer Art Aussiedlerhof an dem wir vorbeiliefen. Unfassbar, wie gut es tut, einfach mal die Hände ins kalte Wasser zu tauchen.
Zieleinlauf - Ein unvergesslicher Moment
Wie war das Gefühl, als du ins Ziel eingelaufen bist – bei deiner längsten Trail-Distanz bisher?
Ziemlich unglaublich. Man bereitet sich vor, trainiert, plant, macht sich Gedanken und plötzlich sieht man den Zielbogen vor sich…

Was ging dir durch den Kopf, als du von den Organisatoren empfangen wurdest?
Im ersten Moment sah ich die Organisatoren im Ziel und dachte: „Wen feiern die denn so? Da muss ja irgendjemand specialmäßiges hinter mir kommen.“ Also mal kurz den Kopf gedreht und gesehen – da ist keiner. Da realisierte ich, dass sie gemeinsam mit mir meinen Zieleinlauf feiern. Ein so unvergesslicher Moment!
Rückblick und Ausblick - Was bleibt und was kommt
Was hast du aus diesem Lauf für dich persönlich mitgenommen – sportlich und menschlich
Ich konnte so viele schöne Momente aus diesem Lauf mitnehmen. Ebenso nehme ich Wachstum auf der sportlichen Ebene mit. Es war meine längste Trail Distanz bisher und ich durfte an der Herausforderung der Strecke mit all ihren Höhen und Tiefen (nicht nur landschaftlich gemeint) wachsen.
Was würdest du anderen raten, die überlegen, sich das erste Mal an einen Trail oder Ultratrail zu wagen?
Vertrau dir! Such dir die passende Strecke aus, bereite dich vor und dann versuch es. Egal wie es ausgeht, die Erfahrung und die besonderen Momente sind deine. Machen ist wie wollen – nur krasser.
Wie sieht dein weiterer Weg im Trailrunning aus – hast du schon neue Ziele?
Es stehen in diesem Jahr noch Trail Wettkämpfe auf meinem Plan. Allerdings freue ich mich auch auf gemeinsame, entspannte Läufe mit den anderen der Lauftreff-Crew.

